Bild: Studie einer Merkwürdigkeit
Datum
Aquarell
Merkwürdigkeiten, Aquarell auf Papier, Düren 1996
Das Gebilde scheint auf einer Ockerton gefärbten Basis aufzusitzen und sich im grauen Hintergrund nebulös zu verflüchtigen. Die aus seinen dunklen Schattierungen heranwachsende pinke Oberfläche wird von Beige-, Gelb- und Rottönen durchbrochen, die wie gedrungene Hörnchen, oder stumpfe Klauen wirken. Der pinke Hauptton enthält eine große Variation von Aufhellungen und verästelnden Textur gebenden Farbkonzentrationen und Abdunklungen. Die dreidimensional anmutende Form lässt sich in der Anordnung von Blütenblättern sehen. Der Riss des Objektes wird im Hintergrund im Grauton fortgeführt.
Dieses Blatt ist eines der typischen Aquarelle aus den 90igern. Oft stammen sie aus Aquarellblöcken. Studie einer Merkwürdigkeit zeigt in meiner Art der Aquarellmalerei die Freude an Form- und Farbgestaltung. Ich weiß es nicht mehr, aber denke, dass es zu dem Blatt nichts tiefgründiges gibt, außer dem Erlebnis der Farbsteigerung und dem Prozess locker und freimütig auf der weißen Leere des Bogens ein Bild zu kreieren.
Abdruck: Smart City
Datum
Bilderfolgen-Performance
Trabantenstadtm Abdruck einer Foliem ca 43cm x 29 cm, Großkönigsdorf 1995
Eine sehr schön erhaltene Arbeit sind die Skizzen und Abdrücke der Performance Trabantenstadt, ein veralteter Titel, heute würde ich sie Smart City nennen. Die Bilderfolgengeschichte mit akustischen DaDa-Texten überforderten das rare Publikum. „Sehr chaotisch“, was heißt: „Konnte mich nicht drauf einlassen“, oder „Ja, doch, interessant“, was heißt: „Habe mich gelangweilt“. Intellektuellere Zuschauer vermuteten dahinter etwas und stellten Fragen. Meine Antworten befriedigten aber nicht, wie auch, wusste ich doch selber kaum, was das sollte.
Als remote viewer mit der Frage „Wohnungsnot in der Zukunft“ beschäftigte ich mich in dieser Tag – Traum – Haltung, was andere als „stieren“ empfanden. Es war eine Form der Meditation.
Das Wort remote viewing kannte ich zu der Zeit gar nicht.
Als ob ich ein Fass aufgeschlagen hätte, so prasselten die Bilder auf mich ein. Betuchtere, bzw Privilegierte werden in einer riesigen glasüberdachten Shopping-Mall wie in einem 5 Sterne Hotel leben, die anderen aber in bauklotzartig hochgezogenen Wohnwürfeln, wie wir es in der schlimmsten Phase des Brutalismus erlebt haben.
Tatsächlich ist Brutalismus eine Stilrichtung der Architektur, sichtbarer Beton und Eisen, endlos wiederholende Struktur, Legebatteriekäfige grau in grau.
Für mich, genauso wie für viele andere Menschen Anfang mittleren Alters, die nichts erben werden, stellte sich die praktische Frage, ob es nicht besser wäre, unter großem Verzicht natürlich, auf eine Eigentumswohnung zu sparen, vielleicht sogar selber zu bauen. Die Wohnungsnot nahm einfach nicht ab, es schien immer schlimmer zu werden. Eine gute Wohnung verschlang Mitte der 90iger ein Drittel bis die Hälfte eines mittleren Gehalts.
Für die im Brutalismus wohnenden werden künstliche Verknappungen geschaffen. Mal ist das fließende Wasser abgestellt, dann kein Strom, Nahrungsknappheit – und die Leute können nicht aus dem Areal heraus. Das wurde mir gezeigt.
Ich habe daraufhin die Performance Trabantenstadt entworfen und Vorbereitungen getroffen eine Wohnung, oder Haus zu kaufen.
Eigentlich sollte es das Verbindungsstück zu den Performances ZeroCollage und Descamisados werden. Die Adaption sollte stattfinden, sobald Trabantenstadt routiniert aufgeführt werden konnte. Dies ist aber nicht geschehen. Die Geschichte lief sich aus auf eine Figur, die gezeichnet und auf den Boden gedrückt wird. Erkennbar sind die Insassen äußerlich durch einen 6. Finger. Zuerst war es ein dritter Arm, dann ein drittes Auge, aber mir kam es zu dick aufgetragen vor, ein 6. Finger tut es auch und fühlte sich richtiger an.
Zu der Zeit hatte ich keine Ahnung, dass die Bibel die Nachkommen der gefallenen Engel mit 6 Fingern beschreibt, noch war es zu der Zeit glaubhaft, dass Menschen wie in Science Fiction Storys mit Maschinenteilen bestückt werden, oder einen Chip erhalten. Das war noch vor Windows98-Pentium III. So wurde das, was ich zeigte, auch schnell als Plagiat von irgendwelchen Science Fiction Romanen bewertet, Cyborgs zum Beispiel. Wie bereits schon beschrieben, konnte ich selbst nicht so richtig etwas über die Intension sagen. Kein Wunder, heute wäre diese Performance wohl für jeden verständlich, zeigt sie doch nur, was heute möglich ist und wir ahnen alle worauf es hinaus laufen soll.
Hier zeige ich Ihnen noch eine der Skizzenarbeiten zu dem Thema.
Entstehungsjahr: 1996 Größe: ca 25cm x 18cm Aquarell, Aquarellstift auf Papier 16 Unikate
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Abdruck: Venedig
Datum
Bilderfolgen-Performance
Venedig, Abdruck einer Projektionsfolie aus der Performance Venedig, Lightpainting-Farben auf Papier, 42cm x 29cm, Düren 1995
Ab 1994 kehrte ich mit einem verbesserten Farbsystem zu meinen Bilderfolgen zurück. Die Performancearbeit mit Musikern, anderen Performern und Tänzern gab ich deswegen nicht auf, aber ich wollte wieder mehr eigenständige Arbeiten entwickeln.
Bilderfolgen haben etwas von Comic und den früheren Marktplatz-Geschichtenerzählern, aber folgen nicht unbedingt einem Erzählstrang. Eine Bilderfolge kann auch sehr abstrakt verlaufen,wie etwa bei der Performance Elefantenboard, wo ich zu einem Referat über Waldelefanten Formen und Risse von Elefanten male, die Fläche wieder verwische und erneut ansetze Elefanten zu malen. Bei Bilderfolgen als Erzählung steht eine Geschichte im Vordergrund und das Bild entsteht dabei ganz gemütlich und ruhig gemalt und wird genau fertig, wenn ich den Absatz beende.
Dieser Abdruck ist das letzte Bild der Bilderfolgen-Performance Venedig, welches ich dann mit

einem Aquarellkarton abdeckte und es so konservieren konnte. Ich habe diese Lightpaintingperformance mehrmals aufgeführt und so existieren von diesem letzten Bild mehrere Variationen. An den beiden anderen Exemplaren können sie bildnerisch eine Steigerung erkennen. Das obige Bild kommt am deutlichsten und zeigt einen Frühstückstisch in einem Zimmer mit hohem Fenster und einen Blick auf Gondeln.
Die Geschichte dazu finden Sie in der Gallerie Evolotion .






















