Abdruck: Smart City

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Bilderfolgen-Performance

Trabantenstadtm Abdruck einer Folie

Die Skizzen und Abdrücke zu Trabantenstadt sind erstaunlich gut erhalten. Der Titel klingt heute für mich veraltet; vielleicht würde ich die Arbeit inzwischen Smart City nennen.

Ausgangspunkt war eine Frage: Wie könnte Wohnungsnot in der Zukunft aussehen? Ich versetzte mich damals in eine Art Tagtraum. Das Wort Remote Viewing kannte ich nicht. Für mich war es eine meditative Haltung – auch wenn andere mein stilles Starren wohl eher für Abwesenheit hielten.

Die Bilder kamen plötzlich und in großer Zahl: Eine privilegierte Gruppe lebt in einer riesigen, glasüberdachten Shopping-Mall, fast wie in einem Fünf-Sterne-Hotel. Andere sind in dicht gebauten Wohnwürfeln eingeschlossen. Ich dachte dabei an die Wiederholung und den sichtbaren Beton des Brutalismus – und an Wohnräume, die an Legebatterien erinnerten.

Diese Zukunftsvision berührte eine sehr gegenwärtige Sorge. In den 1990er-Jahren schien eine gute Wohnung für viele Menschen kaum erreichbar. Es gab Hausbesetzungen. Auch ich fragte mich, ob ich unter großem Verzicht auf eine Eigentumswohnung sparen oder selbst bauen sollte. Aus dieser Mischung aus Angst und Vorstellung entstand die Performance Trabantenstadt.

In der Performance wurden die Besitzer der Wohnblöcke für das Volk durch einen sechsten Finger als eigene Spezies erkennbar. Erst später entdeckte ich mögliche Verbindungen zu biblischen Erzählungen und Science-Fiction-Figuren. Beim Entwerfen hatte ich daran nicht gedacht.

Das Publikum wusste mit der Bilderfolge und den DaDa-Texten wenig anzufangen. Manche nannten die Arbeit chaotisch; andere spürten, dass etwas dahinterliegen könnte, fanden aber keine befriedigende Antwort von mir.

Trabantenstadt sollte später mit ZeroCollage und Descamisados verbunden werden. Dazu kam es nicht. Die Handlung blieb bei einer Figur, die gezeichnet und zu Boden gedrückt wird. Hier zeige ich eine Skizze aus dieser Arbeit. Vielleicht lässt sich darin schon eine Verbindung zu den anderen Performances entdecken.

Hier zeige ich Ihnen noch eine der Skizzenarbeiten zu dem Thema.

Entstehungsjahr: 1996 Größe: ca 25cm x 18cm Aquarell, Aquarellstift auf Papier 16 Unikate





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