Teile das Meer *12er Serie*

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Ein kreditkarten großes Format (86mmx54mm) findet Verwendung als Druckvorlage für einen hochwertigen Kunstdruck .

In dieser Arbeit mit 12 Exemplaren wurde das eingescannte Abbild der Taschenkunst mit seiner eigenen Projektion übereinandergelegt und das Ergebnis als Feinstdruck auf Alu Dibond fixiert.

Alu Dibond
Dabei handelt es sich um eine ca 3mm dicke Aluminiumschicht auf einem leichten, aber stabilen Kunststoffkern. Das Alu wurde vor dem Druck grundiert. Das eingesetzte Farbsystem ist für den Außenbereich entwickelt worden und extrem wetterfest.

Ursprünglich gab es eine Performanceidee mit dem Arbeitstitel „Jetsam::Strandgut“ und zeigte Wesen und wunderliche Gegenstände, oder Fundstücke, eingebettet, bzw vor Hintergründen, die von Wasser geformt zu sein scheinen. Dazu sollte unter anderem Wasser im Wasserglas gerührt und von einem Mikro abgenommen über Boxen den Vorführraum beschallen. Es funktionierte leider nicht, immer wieder gab es Rückkopplungen, starkes Rauschen, die Live-Tonabnahme war katastrophal. So blieb diese Arbeit bisher unaufgeführt. Nach vielen Jahren entdeckte ich die Skizzen und Folien dazu, die ich rasch einlaminierte, damit sie mir nicht verlorengehen. Und wieder waren es bestimmt 8 Jahre, als ich die Folien wiederentdeckte und beschloss sie „groß raus zu bringen“.

Wo und wie stellst du deine Prints her?

Zuerst, noch in den 90igern, hatte ich nur die Möglichkeit über ein Zeissobjektiv einer analogen Fotokamera diese feinen Strukturen anzuschauen. Erst zur Jahrtausendwende bekam ich gebraucht einen alten, dafür aber jetzt bezahlbaren Profiscanner. Aber da war dann auch wieder Schluß, denn kostengünstig Feinstdrucke herzustellen war bis dato industriell nicht vorgesehen und Kunstdruck einfach nicht bezahlbar. Das hat sich nun mit den letzten Generationen von industriellen Tintenstrahldruckern geändert. Auch die Angabe von ICC Profilen ist heute selbstverständlich, früher wußten die Mitarbeiter in den „Industrie-Copyshops“ gar nicht was ich meine. Brauchen wir nicht, hieß es und als sie den Druck dann versaut hatten wurde mir dann noch die Schuld dafür in die Schuhe geschoben, weil ich eben kein Windows und auch kein Apple benutze, sondern ein Linux. Darauf waren die frühen Tintenstrahler aber nicht automatisch eingerichtet. Die Industrie weiß schließlich, dass 90 % Windowsrechner laufen und stellte die Druckmaschinen schon auf Windowskompatibilität ein, so dass selbst ausgebildete Grafiker über Druckprofile nicht wirklich Bescheid wussten, weil sie es ja nie brauchten.

Ich lasse meine digitalisierten Grafiken seit einigen Jahren in Servicedruckereien herstellen, sozusagen Profi-Copyshops. Die dafür notwendige Druckvorstufendatei erstelle ich als separiertes PDF auf einem Linux Debian System. Das Programm Scribus ist mir dabei sehr nützlich.

Scribus is an Open Source DTP (Desktop Publishing) application for Linux and other flavors of Unix and Unix-like systems, including Mac OS X , as well as OS/2 and eComStation respectively, and Windows 2000 or later.

Was soll diese Arbeit dem Recipienten sagen?

Es gibt bei dieser Arbeit nichts tiefgründiges, noch wird eine Philosophie herangezerrt, oder irgendwas metapherhaftes untergeschoben. Ich bin mir darüber bewußt, dass meine Art zu empfinden und mich auszudrücken natürlich auch von der griechischen Philosophie geprägt ist, obwohl ich mich nie intensiv damit beschäftigt habe. Das platonische Höhlengleichnis ist ja gerade die Grundlage meiner gesamten Projektionsarbeit .
Meine Aufmerksamkeit diesen kleinen, eigentlich unbedeutenden, taschenkunstgroßen Folienschnipseln zu geben ist der eigentlich Kunstakt. Ich nehme den angespülten Rest eines nicht funktionierenden Versuchs in Obhut und verwahre ihn sicher in einer zugeschweisten Folientasche. Auch jetzt noch scheint keins dieser Taschenkunstformate eine besondere Aufmerksamkeit zu verdienen. Aber dann rollt die Promotionmaschinerie an, Fototermin, einscannen, einen Mehrinformationswert schaffen durch die Konzentration auf zwei wesentliche Aspekte, die Ablichtung mit der Projektion zusammenbringen und schließlich das coming-out als großes Bild. Schaut man nun umgekehrt von den großen Drucken auf ihre Wurzeln, die kleine zarte Taschenkunst von der sie abstammen, dann wirkt sie jetzt keines Falls mehr unscheinbar, eher filligran, ein glücklich gefundenes Schätzchen.

Warum braucht diese Welt deine aufgemotzte Taschenkunst?

Allen Menschen sollte klar werden, dass es nie eine Situation geben muss, in der aus lauter Verzweiflung Kalenderblätter eingerahmt, oder in Supermärkten Abklatschgrafikdrucke gekauft werden müssen. Einfach eine Taschenkunst kaufen, sie kostet vom Hersteller immer 10 € ,einscannen und mittlerweile einigermaßen unbesorgt in einem Industrie-Copyshop ausdrucken lassen. So passieren gleich 2 Sachen auf einmal, der Seele wird Nahrung gegeben und es werden nicht mehr die gefüttert, die unsere Kultur, unsere Daten und unsere Seelen neoliberal verscherbeln und aus allem ein Supermarktangebot machen. Sie haben etwas für Ihr Geld bekommen, einen Gegenwert, ein Orginal, was seinen Wert auch nach dem Kauf behält.

Kannst du uns einen Tip geben, wo wir einscannen und printen können?

Das ändert sich stetig, wenn man gute Ergebnisse haben möchte. Aber ich bin bereit mich der Sache anzunehmen, kontaktiert mich und ich schicke euch Angebote zu.



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