Foto: Tanzender

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Lightpainting

Lightpainting aus Livinroom 1
Junglestep, Mittelformatdia 6x6, Livingroom 1, Köln 2007

Das Foto wurde während einer Performance in der öffentlichen Probe des Livinroom 1 aufgenommen. Ich habe davon bisher keine Videoaufnahmen gefunden, obwohl ich ja immer alles gewissenhaft mit Camcorder dokumentiert habe. Bei dem Wust an Material werde ich möglicherweise noch etwas irgendwann dazu finden.

Ich weiß nicht mehr mit wem ich performed habe. Das nächste Bild gehört auch dazu, es ist auf dem gleichen Stück Umkehrfilmstreifen mit jeweils der für Mittelformat üblichen 3 Fotos gemacht.

Eine Figur scheint zu tanzen. Es könnte sein, dass es der erste und bisher einzige Versuch war mit Schattenspielen und einer Bilderfolge auf zwei Projektoren, wobei der zweite die gleiche Figur zeigen muss, nur mit veränderter Beinstellung, Bewegung zu schaffen.

Ich kann mich nur undeutlich daran erinnern, dass ich das mal ausprobiert habe. Der Projektionsbereich mit der Figur von dem einen Projektor wird mit der Hand abgedeckt, so dass die Figur des anderen Projektors sichtbar ist und dann, in schneller Folge, wird der Bereich im zweiten Projektor abgedeckt und der Bereich vom ersten freigegeben. Diese schnelle Folge wirkt sich auf das Auge als Bewegung aus, wovon ja die ganze Filmbranche lebt. Überhaupt ist das ja der Anfang vom Kinofilm. Irgendetwas hat dabei wohl nicht funktioniert, aber gut, dass ich diese Aufnahme gemacht habe, denn das muss ich unbedingt nochmal versuchen.





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Foto: XN

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Lightpainting

Lightpainting Dia, Livingroom 1
XN, Mittelformatdia 6x6, Livingroom 1, Köln 2007

Dieses Mittelformatdia fing ein Lightpainting während einer öffentlichen Probe im Livingroom 1 ein. Zu dieser Performance gibt es bisher keine weiteren Arbeiten. Was XN bedeuten sollte, weiß ich nicht mehr. Allerdings hatte ich auch zu dieser Zeit ein anderes Projekt mit dem Titel – Perlenstern – in dem ich eine Form entwickelt habe live eine Handschrift einzufügen, z.B. als Titel. Nichts kommt von alleine, alles muss stets von der Idee heraus entwickelt werden und es kann sehr gut sein, dass das der zaghafte erste Versuch war einfache Schriftzeichen in die Performance zu bringen.

15.06.2024
Ich habe Notizen zu der Bildserie dieser Performance gefunden – auf einem Stück abgerissenen Papiers einer Brötchentüte mit der ich 2007 im Livingroom 1 einen wohl noch nassen chinesischen Tintenstein umwickelte. Es war nur ein Fetzen einer aufgerissenen Brötchentüte, auf der ich einen Tag zuvor Stichworte einer remote viewing Session notiert hatte mit der Frage „Zu welchem Musiker würde meine Overhead Projektorperformance am besten passen?.“

Ich erinnere mich daran, dass ich die Tore der Halle verschloss, es war ein sonniger Tag, Mittagszeit. Die große Halle wurde dadurch so finster, dass es nicht mal möglich war, die eigenen Hände zu sehen. Ich fand den Block nicht und erwischte die vom Frühstück übrig gebliebene Brötchentüte. In fast vollkommener Dunkelheit „sinnierte“ ich im Stehen vor einem der großen Arbeitstische und fand in der wummernden Schwärze Buchstaben. Das war nicht ganz das, was ich erwartet hatte und es schien irgendwie auch nicht so deutlich zu sein.

Ich notierte gefühlt ca alle 5 Minuten einen Buchstaben mit einem Bleistift, bei dem mir, daran kann ich mich noch gut erinnern, weil es aufwendig gewesen wäre wieder Licht zu machen um einen anderen Stift zu finden, beim ersten Ansetzen die Spitze brach – aber er tat es noch.

Auf dem abgerissenen Teil der Brötchentüte kann ich folgende Buchstaben in Reihenfolge erkennen: X A V E S NURT OO, das X und das N sind die Initialen eines Künstlers, oder Künstlerin, der/die wahrscheinlich Musik macht. Die beiden Os am Ende habe ich nicht so ganz ernst genommen, deshalb hatte ich dann wohl abgebrochen.

Man darf nicht vergessen, dass die Livingrooms, vor allem der erste, mich sehr viel Geld kosteten und in so fern war die Frage nach Künstlern, mit denen ich auch einen Publikumserfolg erreichen könnte, auch ein wenig eine existentielle Frage. Sicher, sie steht bei mir – und wohl bei den meisten Künstlern – nicht an erster Stelle, dennoch darf sie gestellt werden.

Das in der Nähe zur Halle gelegene Internetcafe wurde von mir aufgesucht, aber zu dieser Namenskombi konnte ich per Suchmaschine nichts finden. Kurz darauf fingen die Proben an und da dieses dunkle remote viewing Erlebnis noch einige Gefühlsausläufer in mir hinterlassen hatte, verewigte ich die Initialen in einem der Bilder und fotografierte es.

Aber, wer ist Xaver Nurtoo?

Wenn ich zu dieser Zeit mehr mit Jugendlichen zu tun gehabt hätte, wäre ich vielleicht schon damals darauf gekommen. Das hätte gut passen können, denn dieser Künstler nahm sich ausgepowert ausgerechnet im selben Jahr, 2007, eine Auszeit, was für Künstler nicht etwa bedeutet, dass man nicht mehr kreativ sein will, sondern sich der breiten Öffentlichkeit entziehen möchte, bei berühmten Künstlern sind das mehr die Massen an Fans und die ganze Geschäftswelt, bei nicht berühmten Künstlern bedeutet eine Auszeit Abstand nehmen von all den Einflüssen anderer Künstler und mal was für sich ganz alleine machen. Doch dieser Künstler war und ist auch 2024 noch berühmt.

XAVIER NAIDOO
mit bürgerlichem Namen Xavier Kurt Naidoo.

Von alleine wäre ich nicht darauf gekommen, 2007 hätte mir dieser Name nichts gesagt. Aber doch erstaunlich wie dicht man mit remote viewing kommen kann. Alles ist mit allem verbunden und ich denke, in dem Augenblick, wo ich mir die Frage stellte und sie aufschrieb (ganz wichtig), hatte er vielleicht gerade im selben Moment daran gedacht mal Pause zu machen, einen Brake um etwas neues zu entwickeln – könnte durchaus der Fall gewesen sein. Aber leider habe ich es nicht verstanden, sonst hätte ich ihn mit Sicherheit ausfindig gemacht und ihn eingeladen.

Jeden Tag erhält jeder Mensch Angebote und Chancen. Es ist nicht schlimm, wenn das eine, oder andere nicht wahrgenommen wurde, aber man sollte es wenigstens bemerken – auch wenn es 17 Jahre später ist. Morgen bekomme ich sicher wieder ein neues Angebot – was rede ich – heute Abend wahrscheinlich noch, aber ich bin noch wählerischer geworden als vor 17 Jahren.

Zu Naidoo weiß ich nicht viel. Ich habe ihn erst wahrgenommen, als er seine Erkenntnisse über die Genspritzerei verlauten ließ und sich das so ziemlich mit allem deckte, was ich bis dahin herausbekommen hatte. Aber ich kenne kein Lied von ihm und auf der Straße würde ich ihn wohl kaum erkennen. Vor einigen Monaten hatte ich mal einen Podcast gehört, den ich hier verlinke.

Er hat wohl für seine Erkenntnisse zu dem großen Schwindel „bezahlen“ müssen und hat schließlich alles widerrufen – armer Kerl – war ja alles richtig, was er gesagt hatte.

Falls du das liest, Kurt, laß` diesen Druck doch nicht an dich ran – du brauchst kein Glitter, wenn du wirklich Künstler bist. Vielleicht machst du mal eine remote viewing Sitzung und wenn dir auch Buchstaben „zufliegen“ sollten, die meine Initialen beinhalten, dann fühle dich frei mich zu kontaktieren. Es würde gerade gut passen, da ich eine Auszeit mache.





Folie: Elefantenboard 1-12

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Laminierte Projektionsfolie

Projektionsfolie
Dickes Fell, Projektionsfolie laminiert, DIN A3, Köln 2007

Dies ist die originale Folie auf der ich das letzte Bild der ersten Performance Elefantenboard im Livingroom 1 erstellt habe. Nach einer Performance hatte ich immer die Möglichkeit die bemalte Folie vom Projektor abzunehmen und an einem geschützten Ort austrocknen zu lassen. Später laminierte ich solche Folien ein, oft scannte ich sie für eine spätere Weiterverarbeitung, oder machte zu dem Scan ein Foto von der Projektion der Folie.

So gibt es manchmal 3 Bilder einer Folie: Die Projektion während der Performance, in der die Farben ganz frisch sich in irgendeine Architektur einfügen mit möglicherweise davor stehenden Objekten und anderen Künstlern.
Ein weiteres entsteht durch den syanvorgang der Folie über einen Flachbettscanner. Dieses Bild sieht oft farbkräftiger als die Projektion aus und besitzt auch nicht die Verzerrungen der Liveprojektion. Die Farben können zur Liveprojektion unterschiedlich sein, weil viele Farben das Licht anders reflektieren, als sie das Licht durchlassen. Ebenfalls ändern sich die Farbwerte auch, wenn die laminierte Folie mit den getrockneten Farben nochmal auf den Projektor gelegt wird. Die Projektion unterscheidet sich manchmal enorm von der ursprünglichen Liveprojektion, in der die Farben frisch und flüssig waren.

Diese Folie zeigt einen Elefantenschädel von vorne, der vom Publikum auch als solcher rezipiert werden konnte, weil ich dazu einen „Vortrag“ über Waldelefanten hielt und die Worte sich automatisch mit dem visuellen Ereignis für den Zuschauer verbanden, sofern er jemals einen Elefanten in der Natur, im Fernseher, oder auf einem Foto gesehen hat.

Elefanteboard war daher auch ein soziologisches Experiment, mit der Fragestellung, ob es möglich wäre, die in der abstrakt expressiven Art gemalten Bilder einer Lightpaintingperformance durch akustische Momente als eine schärfere, oder sogar eindeutige Botschaft dem Rezipienten erkennbar werden zu lassen. Es zeigte auch, wie die Freiheit der visuellen Wahrnehmung durch eine verknüpfte akustische Zeile signifikant eingeschränkt werden kann.





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