Skizze: Tanzender

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Aquarell

Aquarell von einem, der durch eine Pfütze tanzt
Tanzender, Aquarell ca 30cm x 40cm, 1996, Düren

Ich möchte vor Freude tanzen. In einer wilden Wiese sitze ich in direkter Nähe zur Rur und verbringe meine Pause von der anstrengenden Arbeit in einem Wohnungslosenzentrum – Konzept „nasses Haus“ – mit einem großen Becher Kaffee und dem schnellen Skizzieren einiger spontaner Ideen. Es hatte sich gezeigt, dass ich damit Abstand und Erholung erwirke und die restlichen 4 Stunden mit den zumeist besoffenen Wohnungslosen besser überstehe. Vorher hatte ich anderes ausprobiert, 2km Lauf mit anschließender Gymnastik funktionierte ebenso wenig wie der Sonnengruß, am schlechtesten war sich einfach hängen zu lassen, Musik zu hören, oder die Augen zuzumachen, denn danach hatte ich gar keine Motivation mehr.

Ich kam relativ schnell darauf meinen Skizzenblock mitzunehmen und meiner Seele diesen Ausflug in meine Kunst zu gönnen. Doch heute ist ein ganz besonderer Tag. Vor eineinhalb Jahren trennte sich meine große Liebe von mir, abrupt, sie hatte etwas spannenderes kennengelernt.. Ich hatte immer gehofft, dass es sich ausleiert und dass wir nochmal eine Chance bekommen. Vor einem Monat bandelte es sich tatsächlich wieder an, obwohl ich dabei keine Hoffnungen hatte und auch gar keine haben wollte. Und heute Abend ist der Tag an dem sie mich in meiner Wohnung besuchen kommen will. Alle Vorbehalte sind wie weggefegt, ein Gefühl, als ob mein Leben endlich weiter gehen darf.

Es sind viele Skizzen in dieser Zeit der Wohnungslosenarbeit entstanden, die aber grundsätzlich dem systemischen Malkonzept folgten, in dem ich mit rhythmisch gleichmäßigen Bewegungen die schnelle Aquarellfarbe auftrage und im Trocknumgsprozess Strukturen und Kontraste hineinarbeite. Dieses Mal sehe ich mich vor Freude durch Pfützen springen und tanzen und malte genau nur das in großer Erwartung an den Abend.

Meine Arbeiten haben sehr häufig einen aus der Lebenssituation heraus aufgenommenen Bezug. Bei einem Musiker und Sänger werden solche transferierten Empfindungen und Gefühle beklatscht. In der bildenden Kunst hat sich seit vielen Jahrzehnten eine bildungsbürgerliche obere Mittelschicht hinein gedrängelt und so wurden die Beschreibungen künstlerischer Arbeiten sehr häufig konstruiert-philosophische Herantragungen mit einer nicht zu auffällig quälenden Prise Abgedrehtheit. Ich kann das schon lange nicht mehr hören und komme bei Vernissagen grundsätzlich so spät, dass ich die Ansprache „Honoriger“ nicht über mich ergehen lassen muss.

Diese kleine, erste Arbeit Tanz darzustellen, führte zu der Idee dies als bewegende Folge auf Overheadprojektoren zu entwickeln, wie auch zu Kreativangeboten an die TikTok-Jugend mit Shuffle-Dance, Melbourne-Bounce und ähnlichem.

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Folie: Mechanisierte Verbände 2

Datum

Lightpaintingfolie

Projektionsfolie einer Performance
Mechanisierte Verbände 2, laminierte Projektionsfolie DIN A3, Köln 2008

Als letztes Bild einer Lightpaintingperformance konnte diese Folie eintrocknen und wurde in eine DIN A3 Tasche laminiert. Dies ist der Scan der Folie.

In der Ausstellung „Floating Films“ versuchte ich mit wenigen Handbewegungen erkennbare Fahrzeuge und komplexere Arrangements auf dem Projektor zu kreieren. Dazu benutzte ich einen etwa 8cm x 5 cm großen MDF-Klotz und benötigte 6 Handbewegungen, also etwa 6 Sekunden. Während Besucher sich meine ausgestellten Bilder und die floating film Installation anschauten, projezierte ich gegen eine Wand „in progress“ meine Ideen. Mechanisierte Verbände benannte ich eine öffentliche Probe, in der ich Fahrzeuge, Fluggeräte und sonderbare Maschinen entwarf.





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Foto: Tanzender

Datum

Lightpainting

Lightpainting aus Livinroom 1
Junglestep, Mittelformatdia 6x6, Livingroom 1, Köln 2007

Das Foto wurde während einer Performance in der öffentlichen Probe des Livinroom 1 aufgenommen. Ich habe davon bisher keine Videoaufnahmen gefunden, obwohl ich ja immer alles gewissenhaft mit Camcorder dokumentiert habe. Bei dem Wust an Material werde ich möglicherweise noch etwas irgendwann dazu finden.

Ich weiß nicht mehr mit wem ich performed habe. Das nächste Bild gehört auch dazu, es ist auf dem gleichen Stück Umkehrfilmstreifen mit jeweils der für Mittelformat üblichen 3 Fotos gemacht.

Eine Figur scheint zu tanzen. Es könnte sein, dass es der erste und bisher einzige Versuch war mit Schattenspielen und einer Bilderfolge auf zwei Projektoren, wobei der zweite die gleiche Figur zeigen muss, nur mit veränderter Beinstellung, Bewegung zu schaffen.

Ich kann mich nur undeutlich daran erinnern, dass ich das mal ausprobiert habe. Der Projektionsbereich mit der Figur von dem einen Projektor wird mit der Hand abgedeckt, so dass die Figur des anderen Projektors sichtbar ist und dann, in schneller Folge, wird der Bereich im zweiten Projektor abgedeckt und der Bereich vom ersten freigegeben. Diese schnelle Folge wirkt sich auf das Auge als Bewegung aus, wovon ja die ganze Filmbranche lebt. Überhaupt ist das ja der Anfang vom Kinofilm. Irgendetwas hat dabei wohl nicht funktioniert, aber gut, dass ich diese Aufnahme gemacht habe, denn das muss ich unbedingt nochmal versuchen.





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