Bild: Praktikant im Buchladen

Datum

Konzepte für Malereiseminare

Acryllackarbeit von einem Foto
Buchladen, Meckenheim 2018, Acryllack auf rahmenaufgezogenen Rohkarton, Epoxydharz versiegelt, 70 cm x 50 cm

Ist der Buchladen eine aussterbende Spezies? Vor Corona konnte der Buchladen in Meckenheim am neuen Markt dies getrost verneinen. Wie es jetzt aussieht, wo offensichtlich die Großkraken aus Silikon Valey weltweit nach dem Mittelstand greifen und dieser sich kaum dagegen wehrt, wage ich nicht zu beurteilen.

Frühmorgends, die Sonne fällt schräg von Osten her ein, öffnet ein Buchladen. Die Fachkraft schleppt das Ausseninterieur, während der Schülerpraktikant eine Werbetafel trägt. MalaMadita, sie ist kein Hund, versucht von der im flauschigen Pullover gekleideten Frau etwas Aufmerksamkeit zu bekommen. Die Schräge der geöffneten Tür verrät, dass als Vorlage ein Foto genutzt wurde.

„Ich konnte noch nie malen“ – wie oft habe ich diesen Satz gehört. Er hört sich ähnlich an wie „Ich kann nicht singen, bin unmusikalisch“. Das geht aber gar nicht, denn beides, singen, wie malen, ist tief in unserem Bewußtsein verankert, tiefer noch als das Laufen können. Es scheitert am Anspruch. Statt den Anspruch zu verfolgen tief in sich hineinzuhören und die dort gefundene Lebenslust kreativ zum Ausdruck zu bringen, liegt der Anspruch beim Malen in den meisten Fällen darin, der Wirklichkeit ein Abbild ihrer selbst zu zeichnen. Wozu? Tut dies nicht sogar die billigste Digitalkamera ausreichend genug?

Bs zu einem bestimmten Grad kann ich es sogar nachvollziehen, denn auch ich habe für mich die Landschaft als Aquarellmalerei wiederentdeckt. Kein Anspruch auf Avantgard, nichts hochgeistiges, eher eine Art der Meditation. Es ist wunderbar den Blick in eine Landschaft zu werfen, ihr Lichtspiel in sich aufzunehmen, entspannt die Farben dazu zu mischen und als eins mit seiner Umgebung den Pinsel einfach laufen zu lassen. Ganz bei sich sein, alles fließen lassen, am Ende trocknet eine Komposition auf dem Bogen in dem jeder Betrachter diese Landschaft wiedererkennen wird.
Die meisten Schüler fangen jedoch damit an sicher zu stellen, dass die Landschaft, oder was auch immer, von jedermann wiedererkannt werden soll, danach verlieren sie sich im Farbenmischen und zu guterletzt wird der Pinsel zaghaft aufgesetzt mit der schwelenden Angst einen „falschen“ Strich zu ziehen.

Gut, man muss da abholen, wo der Novice steht.

Ein Foto wird in bis zu 6 Grundfarben vereinfacht, wobei Schwarz und Weiß ebenso als Farbe gezählt wird. Dann können 6 Schwarzfilme von den einzelnen Farben ausgedruckt werden, d.h. jeder Druck beinhaltet nur die Bereiche einer der 6 Farben. Mit einem Teppichmesser werden die schwarzen Felder ausgeschnitten, so entsteht ein Schablonensatz. Alternativ kann man das auch einem Plotter zuführen, viele Industrie-Copyshops bieten das an. Die Papierschablonen können mit einem Lack haltbarer gemacht werden, es sollten dabei aber möglichst keine Wellen aufschlagen. Nun werden die 6 Farben vorbereitet. Ihre Vikosität sollte einen Tick flüssiger als flüssiger Honig sein. Mit einem buschigen Breitpinsel, es reicht was der Baumarkt an Renovierpinsel anbietet, werden nun die herausgeschnittenen Öffnungen der Schablone mit Farbe bepinselt in der Weise, dass immer von der Schablone in ihre Öffnung gestrichen wird, so entstehen schöne harte Kanten. Gut ist, wenn die Farbe so eingestellt wird, dass sie zwar antrocknet, aber nicht eintrocknet. Legt man nun die nächste Schablone auf den Bildbogen, muß man aufpassen, dass man die schon bereits aufgetragene Farbe nicht verschmiert. Dass sie sich an der Unterseite der zweiten Schablone etwas abdrückt, sieht nur im ersten Moment unschön aus, jedenfalls dann, wenn man mit Acryllacken arbeitet. Lack hat die Eigenschaft sich wieder glatt zu entspannen, wenn er nicht zu schnell trocknet. Es muss alles rasch geschehen, damit diese Art der Bildgrundierung, die ja auch schon alle Informationen der Perspektive, der Proportionen, der Schatten und Hellbereiche besitzt, weiter bearbeitet werden kann. Die Farben sind noch so feucht, dass es mit einem Borsten- oder feiner, mit einem Ölmalpinsel gelingt Farbübergänge einzuarbeiten und neue Aufträge nicht etwa von der bereits getrockneten Lackfläche abperlen, sondern sich mit ihnen verbinden. Das ist nun die schönste „Etappe“. Ein Blick nochmal auf das zugrunde gelegte Foto, dann aber – und das ist ganz wichtig – kommt das Foto weg. Ich zerstöre es in der Regel. Es ist deshalb so wichtig, damit Sie sich nur noch mit Ihrer Komposition beschäftigen.

Die Hauptarbeit liegt zweifellos in der Herstellung der Schablonen. Wenn Sie ein 70cm x 50 cm Bild erschaffen wollen, sind 4 DIN A3 Schablonen pro Farbe nötig. Ist das mal geschafft, dann sollte der gesamte Farbauftrag, die eigentliche kreative Arbeit, nicht länger als 2 Stunden dauern.

UNBEGRENZTES RÜCKGABERECHT

Nutzungsrecht
Mit der abgeschlossenen Bestellung und Ihrer Überweisung des für diesen Artikel ausgewiesenen Betrages erkennen Sie unsere AGB an. Die für Sie wesentlichen Bestimmungen sind folgende:

  • Leihgabe
    Sie kaufen sich die Nutzung als zeitlich unbegrenzte Leihgabe, mindestens aber für 6 Monate.
  • Wiedergaberecht
    Sie können das Bild nach 6 Monaten jederzeit auf eigene Kosten zurücksenden und erhalten Ihren Kaufbetrag zurück abzgl. einer Gebühr von 15 % des Kaufbetrages.
  • Übertragbarkeit
    Nutzung und Wiedergaberecht sind übertragbar. Sie können das Bild jederzeit veräußern. Die Rechte gehen automatisch auf den neuen Besitzer über.
  • Bezahlung
    Die Bezahlung erfolgt bar bei Übergabe, oder als Überweisung in Vorkasse bei Versendung. Die Versendungskosten sind im Preis enthalten. Etwaige Steuern und Abgaben werden erst nach Rücksendung des Bildes in einer Abschlussrechnung ausgewiesen. Ihnen entstehen dabei keine weiteren Kosten.

€700,00

0 Artikelzur Kasse Buttonzur Kasse

Autor
Kategorien

← Älter Neuer →