Blatt: Off-Shore
Datum
Scribble
Off-Shore, Blatt 1 aus dem blauen Skizzenbuch, Aquarell auf Papier DIN A4, Köln 2008
Auf einem Sportkatamaran unterwegs und am Horizont tut sich was. Es gab nicht einen Sturm, den ich absegeln musste, der sich nicht vorher angekündigt hatte.
Ich fahre nicht über Weltmeere, das würde mir nach 3 Tagen zu langweilig werden, ich segele lieber 3 Stunden und komme an. Ich bin also mehr ein Küstensegler. Das hat auch den Vorteil immer noch ein Ufer, eine Bucht, oder einen Hafen zu erreichen, bevor es turbulent wird. Dennoch bin ich 4 mal in einen Sturm gekommen und warum? Weil ich die Zeichen wohl gesehen, sie aber ignoriert habe.
Es spielt gar keine Rolle, ob Sie der erfahrene Seemann sind, oder nicht. Sobald Sie etwas im Himmel sehen, was Sie für ungewöhnlich halten, sollten Sie immer die nächste Anlegestelle aufsuchen. Als Unerfahrener werden Sie häufiger erleben, dass es nicht nötig gewesen wäre Schutz zu suchen, dennoch ist es angeraten dem Meer und Ihrem von Gott gegebenen Leben Respekt zu zollen, denn wir sind nicht für das Meer gemacht. Manche Erscheinungen werden Sie dann bald als ungefährlich vom sicheren Ufer aus kennen gelernt haben und so werden Sie mit der Zeit ein sicherer Seemann. Ich habe mich fast immer daran gehalten, aber eben nicht immer.
Quirlige See hält mich nicht ab, aber wenn ich merke, dass der Horizont nicht mehr so weit weg ist, wie normalerweise, ist es Zeit für den Rückzug. Auch jeder anderen Erscheinung, oder Merkwürdigkeit sollte man immer mit einer rechtzeitigen Wende in einen Hafen begegnen. Die Idee, „wenn es denn los geht komme ich schon noch schnell genug ans Ufer“, kann schnell und zu spät zum erkannten Trugschluss führen. Der Wellengang in Ufernähe kann noch viel gefährlicher sein. Auch das hineinmanövrieren in eine Marina ist bei plötzlich aufkommenden Stürmen gefährlich. Oft sind Sie nämlich nicht der einzige Blödmann, der zu spät gemerkt hat, was los ist. Und es gibt gerade in unseren Gewässern viele deutschausgeflaggte, die die Vorfahrtsregeln intuitiv setzen in so einer Stresssituation. Es gewinnt das dickere Schiff. Dann muss man in den sauren Apfel beißen und den Sturm abwettern, d.h. sich freisegeln, damit man nicht gegen einen Felsen kollidiert und auch nicht andere Schiffe, oder von denen gerammt werden kann. Aber auch das geht nur solange Sicht ist.
Abwettern meint bei einem leichten Sportkatamaran, dass Sie das Groß-Segel einholen, solange es geht mit der Fock manövrierfähig bleiben und wenn das auch nicht mehr geht, sich mit beiden Beinen und Armen um den Großmast klemmen und solange weiter reiten bis der Sturm sich gelegt hat.
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Blaues Skizzenbuch Blatt 10
Datum
Richscribble
Blatt 10 vom blauen Skizzenbuch, Aquarell auf Papier, DIN A4, zart gehaltenes Richscribble, Zülpich 2009
Was sind Richscribbles?
Richscribble-Aquarelle aus dem blauen Skizzenbuch von johann franki folgen dem Lable 'Mach` groß, was dir gefällt'. Allen Orginalblättern aus dem Skizzenbuch wurde der kontrastbringende "Wash", die letzte Übermalung, die die Schatten einträgt um Tiefen zu erzeugen und die lichten Bereiche heraus zu heben, verweigert, um eine einschränkende farbliche, wie auch gestalterische Festlegung zu vermeiden. Erst bei der digitalen Aufarbeitung wird dieser Arbeitsgang mit Editoren am PC ausgeführt und verwahrt damit Interpretationsfreiheiten, die erst in einer separierten Druckdatei ihre abschließende Festlegung erhalten.
Vorgang
Von dem Richscribble wird ein Scan in großer Auflösung hergestellt und das digitale Ergebnis interpretiert und aufgearbeitet..
Nun beginnt der schönste Teil der Arbeit, denn es werden stimmige, harmonische und spannende Details gesucht, die als Ausschnitte einen starken Charakter haben, Details verfeinert und schließlich auf die Größe des DIN A1 Formats skaliert.
In meinem Skizzenbuch erscheint dieses Aquarell natürlich im Hochformat, so wie man eben ein Buch durchblättert. Ein gutes Bild lässt sich drehen und wenden und bleibt trotzdem immer ein gutes Bild. Baselitz, der teuerste und bekannteste Avantgarde-Künstler dreht seine Bilder immer auf den Kopf, ein Alleinstellungsmerkmal, das Bild wird aufmerksamer wahrgenommen, jeder weiß, das muss ein Baselitz sein und es kann dadurch nicht unstimmig werden.
Das Richscribble 10 aus dem blauen Skizzenbuch mag ich lieber in landscape. Das betrifft nicht die Ausschneidungen, die können kreuz und quer sein, da habe ich gar keine Beschränkung.
Ich habe einige Bereiche gepitcht und hier und da mehr Belichtung, Kontrast, oder Sättigung hinzugefügt. Dieses Ergebnis gefällt mir sehr gut.

Blatt 10 vom blauen Skizzenbuch, digital bearbeiteter Scan eines Aquarells auf Papier, Zülpich 2023
Um die Veränderungen besser wahrnehmen zu können, habe ich Ihnen hier eine kleine Presentation hochgeladen.
Dieser Stab war sozusagen das erste Kleinod, was mir ins Auge stach, deshalb habe ich es dem Richscribble „entnommen“ und ausgearbeitet.
Stab, Ausschnitt aus dem Richscribble Blatt 10 vom Blauen Skizzenbuch, Zülpich 2023
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Blaues Skizzenbuch Blatt 7
Datum
Richscribble
Graffitis sind Namen, Blatt 7 aus dem blauen Skizzenbuch, Aquarell auf Papier DIN A4, Zülpich 2009
Was sind Richscribbles?
Richscribble-Aquarelle aus dem blauen Skizzenbuch von johann franki folgen dem Lable 'Mach` groß, was dir gefällt'. Allen Orginalblättern aus dem Skizzenbuch wurde der kontrastbringende "Wash", die letzte Übermalung, die die Schatten einträgt um Tiefen zu erzeugen und die lichten Bereiche heraus zu heben, verweigert, um eine einschränkende farbliche, wie auch gestalterische Festlegung zu vermeiden. Erst bei der digitalen Aufarbeitung wird dieser Arbeitsgang mit Editoren am PC ausgeführt und verwahrt damit Interpretationsfreiheiten, die erst in einer separierten Druckdatei ihre abschließende Festlegung erhalten.
Vorgang
Von dem Richscribble wird ein Scan in großer Auflösung hergestellt und das digitale Ergebnis interpretiert und aufgearbeitet..
Nun beginnt der schönste Teil der Arbeit, denn es werden stimmige, harmonische und spannende Details gesucht, die als Ausschnitte einen starken Charakter haben, Details verfeinert und schließlich auf die Größe des DIN A1 Formats skaliert.
In den ersten Jahren des neuen Jahrtausends wurden (endlich mal) staatliche Routinen erschaffen um Kunst und Kultur in der Breite zugänglich zu machen. Die Landesregierungen bieten seit dem projektbezogene Tätigkeitsfelder für alle Kunstschaffenden an, zum Beispiel Kultur und Schule in NRW. Man bewirbt sich dort mit einem Projekt und dem Co-Partner, der Schule, die dieses Projekt mit umsetzen möchte. Eine meiner Ideen war es ein Projekt zu Graffitis anzubieten und das zeigt dieses Blatt. Es ist mein Geburtsnachname „Olsowski“, expressiv im Graffiti-look skizziertes Aquarell im Richscribble-Style.
Viele Stadtbewohner wissen nicht, dass die ihnen von überall her zuzwinkernden Graffitis „veredelte“ Namenszüge sind. Dabei werden in allen möglichen Buchstaben, wie beispielsweise lateinischen, arabischen, kyrillischen Schriftzeichen, aber auch in althergebrachten Runen, bedeutsamen (oft indischen) Symbolen, bis hin zu Hieroglyphen und asiatischen Schriftzeichen die Künstlernamen kundgetan. Der Namenszug ist das ursprünglichste Graffiti, es bedeutet „Ich war/bin hier“ und ist als Aneignung des Raumes zu verstehen. In seiner Ursprünglichkeit entspricht es dem Wesen germanischer Kulturen, deren Träger ebenfalls in aller Welt ihre „Graffitis“ hinterlassen haben mit ähnlicher Bedeutung: Ich war hier, mich gibt es, ich bin wirkmächtig – was wiederum nichts anderes bedeutet als Raumaneignung und Landnahme.
Es hat mehr kontrastierenden Gripp, der weitere Interpretationen einschränkt, aber nicht unmöglich macht. Es findet sich zum Beispiel eine Heuschrecke in dem Namenszug, kein Wunder, denn es war die Zeit

der Heuschrecken. Deutschland globalisierte sich nicht, sondern wurde verkauft. 2021 waren weniger als 15% der 40 größten und umsatzstärksten Firmen (DAX) im Besitz deutscher Investoren (Wer die Dax-Unternehmen wirklich besitzt.) Es gab mehr Arbeitslose, mehr zersprengte Familien, mehr perspektivlose Jugendliche, mehr Arbeit für Sozialarbeiter. Glauben Sie nicht den statistischen Zahlen, denn mit allerhand Tricks wird die Arbeitslosenquote nach unten beschönigt. Wer beispielsweise krank ist, oder in eine Maßnahme gedrängelt wurde (wie sollte man das anders benennen) steht dem Arbeitsmarkt nicht zur Verfügung und fällt aus der Arbeitslosenstatistik heraus. Mit meinem Namen hat diese Heuschreckenpolitik nichts zu tun, diese Skizze „probt“ sozusagen das 
Graffiti meines Namens und bietet eine Fülle von interpretierbaren Artefakten. Es war eine erste Idee was ich Schulen und einem Landesprogramm anbieten könnte. Ich hatte mich dann aber für die Verbreitung der Overheadprojektion entschieden, die aber nicht über ein Halbjahr mit einer Klasse umzusetzen war. Deshalb bot ich auch andere Projekte an unter dem Label „Mach` groß was dir gefällt“, wobei die Projektorarbeit nur einen Teil ausmachte und zur Vorlagenherstellung genutzt wurde. Das passte auch viel besser zu meiner Arbeit, die ja gerade nicht Flächen durch manifestierte Farbe für immer besetzt halten will, sondern sich den Raum mittels Live-Projektion viel eindringlicher und nur in einem Zeitrahmen aneignet.

Die Graffiti-Arbeit kam dennoch zum Zuge, allerdings auf mehrere Meter große Bögen, gesponsert von der Verpackungsindustrie.
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