Bassmann

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Mittelformatdia Bassmann
Bassmann, Dia 6x6, Zülpich 2010

Der Sommer 2010 war ein regelrechter Outdoor-Sommer. Wenn das Wetter es hergab packte ich einfach die schweren Bleibatterien ein, lud Projektor und Bassgitarre ins Auto und suchte dann ein Plätzchen, wo ich mit dem Trangia ungestört einen Imbiß zubereiten konnte, bassige Laute zu Wind- Blätter- und Vogelstimmen einspielte bis das Essen gegart hatte und wenn es endlich dämmerte, mich mit dem Projektor auf die Suche nach geeigneten Projektionsobjekten und Flächen machte.

Es war die Zeit, in der ich meine Sachen wieder selber bügeln musste, es war einsam zu hause geworden. Mit diesen Ausflügen machte ich mir eine schöne Freude und lernte dabei so manchen Wanderer, Landwirt und Hundebesitzer kennen. Heute bedauere ich, dass ich nur so wenige Aufnahmen aus dieser Ausflugzeit gemacht habe. Mir war nicht danach etwas für die Erinnerung, oder für die Kunst, oder für sonst wen zu hinterlassen, ich machte dies alles nur für mich. Der Aufbruch viel mir meist schwer, ich musste mir immer einen mentalen „Schubs“ geben, aber schon das Suchen nach einem Platz machte Spass und hielt mich vom Grübeln ab und wenn erst alles aufgebaut war und ich still sitzend in die Natur horchen konnte, atmete meine Seele tiefe wohltuende Züge.

Die Essenszubereitung erfolgte bedächtig, mit aller Zeit dieser Welt und während der Trangia ein paar sorgsam geschälte Kartoffeln kochte, fand ich in nächster Umgebung ein paar Kräuter, oder einmal eine ganze Wiese voll Spitzwegerich, wovon ich erntete und einen köstlichen Salat machte, ein anderes mal Kamille für einen Tee und lockte dann mit langgezogenen Basslauten alle möglichen Tiere an. Es war ein sehr intensive, aber auch verletzte Zeit. Vielleicht bedingt das eine das andere.




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