Anas, Waaben­struktur


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Das systemische der systemischen Malerei fängt schon bei den Vorbereitungen an. Alle Handgriffe, Utensilien, Materialien usw. werden vorher bedacht und so zusammengestellt, dass sie im rechten Augenblick ungehindert zur Verfügung stehen. Ein drehbuchartiges Konzept entsteht im Kopf. Es ist allerdings nichts weiter als ein Gerüst, der rote Faden. Ähnlich wird auch der Bildinhalt vorgedacht. Und wie bei jedem guten Drehbuch kommt am Ende immer alles ganz anders, wohin man jedoch nicht gekommen wäre, hätte es das Drehbuch nicht gegeben.

Systemische Malerei ist die Umsetzung eines Planes ein Bild zu erschaffen, diesen Plan auszureizen, das ganze spontan durch eine “noch bessere Idee” während des Prozesses zu riskieren und dann, nach Stunden, alles zusammenzuknüllen, die Niederlage eingestehend, oder, was am Anfang schon mal gelingt, mit der Zeit dann immer häufiger passiert, ein Werk zu erhalten, was über sich und die ganze Planung hinausgegangen ist.
Doch bevor wir uns in einer unrealistischen Selbstbeweidung in unser einzigartiges, tolles Werk verlieben können, haben wir es schon wieder im konstruktiven Blick. Es soll nämlich gleichmäßig zerstückelt werden und die Frage ist, wo fangen wir an und wie groß müssen die Felder sein. Aus diesem Stoß an Bildkarten werden jetzt die stärksten, spannendsten und besten ausgesucht und der überwiegende Rest kommt weg.

Sofern Sie, lieber Leser, das Abenteuer der systemischen Malerei erleben wollen, halten Sie sich unbedingt daran und belasten sie sich auf gar keinen Fall weiter mit den nicht ausgewählten Teilstücken. Sie müssen sie vernichten und ganz bestimmt wird sie danach das Gefühl überkommen, ob die eine, oder andere Karte nicht doch Wert war aufgehoben zu werden. Das zeigt nur ihre Unreife, die werden sie nicht überwinden können, wenn sie nicht bereit sind vollendete Tatsachen zu schaffen.

Anas ist die Idee ein 6eckiges Figurenmuster blattfüllend als durchgehende Linien zu entwerfen, so dass quasi von alleine nach dem Füllen des Blattes 6Ecke entstehen. Diese Malbewegung automatisiert sich in routinierten und schließlich locker emotional aufgetragenen Linien, die die zuerst eher statischen entstandenen Linien und Farbfelder überdecken und in manchen Bereichen des Blattes die Systematik sogar ganz aufheben.

Von Weitem erscheint das Blatt noch als systematische Aneinanderreihung passgenauer 6Ecke, je näher sich der Blick in die Zeichnung und Farbfelder hineinbegibt, desto individueller erscheinen die Regionen des Blattes.

Nun überlege ich mir in welcher Rechteckgröße das Blatt zerteilt werden muß um besonders spannende Regionen zu erhalten und nachdem ich das Blatt derart zerteilt habe, suche ich mir alle Teile heraus von denen ich denke, dass ich sie gerne als Vorlage für ein grossformatiges Bild nutzen würde. Alles andere kommt in den Müll, es wird nicht nochmal bis morgen aufgehoben, es wird konsequent und unwiderruflich erbracht. Nun habe ich einige in sich stimmige Bildvorlagen mit denen es mir eine Freude sein wird weiter zu arbeiten. Jedes dieser ganz unterschiedlichen Stücke gehörte mal zu einem Ganzen. Nun sind daraus eine kleine Serie von Skizzen entstanden, die möglicherweise, irgendwann einmal groß rauskommen.

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